Essay & Journal

Wir nennen es Entwicklung.

von Anja Black · ca. 2 Min. Lesezeit
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Die Natur nennt es nicht so.Sie kennt keine Begriffe für Fortschritt,keine Jahreszahlen für den Beginn einer neuen Zeit,keine Grenze zwischen gestern und morgen.

Sie verändert sich.Seit Millionen von Jahren.

Ein Wald entsteht,wächst,stirbtund wird zum Boden für etwas Neues.

Ein Fluss verändert seinen Lauf.Ein Berg verliert mit jedem Regen einen Teil seiner Gestalt.Eine Blüte öffnet sich,ohne zu wissen, wie lange sie bleiben wird.

Nichts in der Natur scheint dafür gemacht,für immer gleich zu bleiben.Und vielleicht liegt gerade darin etwas,das wir manchmal übersehen.

Auch unsere Welt verändert sich.Wo früher Erde war, entstehen Straßen.Wo Dunkelheit war, leuchten Städte.Entfernungen werden kleiner,Maschinen schneller,Möglichkeiten größer.

Wir haben gelernt, Räume zu verändern,Grenzen zu überwindenund Dinge zu erschaffen,die einmal undenkbar waren.

Vielleicht ist auch das Natur.Denn auch wir sind aus ihr entstanden.

Doch irgendwann wird aus Veränderung eine interessante Frage:Wie schnell kann sich eine Welt verändern,ohne dass wir vergessen, woher wir kommen?

Ein Baum braucht Jahrzehnte, um groß zu werden.Eine Landschaft Jahrhunderte, um ihre Gestalt zu finden.Ein Ökosystem entsteht aus unzähligen Beziehungen,die niemand geplant hat.

Und wir?Wir können innerhalb weniger Jahre Orte erschaffen,die vorher nicht existierten.

Vielleicht liegt der Unterschied also gar nicht darin,dass wir verändern.Vielleicht liegt er in der Geschwindigkeit.

Die Natur entwickelt sich nicht geradeaus.Sie wächst, zerfällt, verbindet sich neu.Sie kennt Umwege.Pausen.Wiederholungen.

Sie produziert nicht nur das, was bleibt.Sie lässt los.

Und während unsere Welt immer schneller wird,bleibt irgendwo ein Baum stehen.Nicht als Gegenbewegung.Nicht als Protest.Einfach als Baum.

Er trägt keine Botschaft.Und vielleicht ist genau deshalb so viel in ihm zu entdecken.

Denn möglicherweise müssen wir uns nicht zwischen Natur und Entwicklung entscheiden.Vielleicht besteht die nächste Form von Entwicklung nicht darin,noch weiter von unserem Ursprung fortzugehen.Vielleicht besteht sie darin,uns daran zu erinnern,dass Fortschritt und Natur nie Gegensätze sein mussten.

Dass wir erschaffen können,ohne alles Vorhandene ersetzen zu müssen.Dass wir wachsen können,ohne jede Spur hinter uns verschwinden zu lassen.

Und dass eine moderne Welt vielleicht nicht daran zu erkennen ist,wie weit sie sich von der Natur entfernt hat —sondern daran,wie bewusst sie gelernt hat,mit ihr weiterzugehen.

Die Natur wird sich verändern.Das hat sie immer getan.

Die Frage ist nicht,ob wir Teil dieser Veränderung sind.Die Frage ist:Welche Spur möchten wir darin hinterlassen?

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Gedanken, die nicht mit einer Antwort enden müssen.
Ihre Gedanken dazu? Schreiben Sie mir gern.

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© Anja Black · Writer · Artist · Model · Thinker
Einige Bilder wurden mit KI erstellt.
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